Wegen soooo vieler Nachfragen hier meine Futterzusammenstellung des Trockenfutters

25kg Deukanin Fit Kräuter + Petersilie gemixt mit: 3kg Deukanin Naturmix + je 100g getrocknete Petersilie, Sellerie und Dill + je 300g  Johannisbrot, Mais,-Erbsen und Ackerbohnenflocken

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oder kleine Mengen bei mir.

 

 

 

 

 

 

Gesunde Ernährung von Meerschweinchen

 

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt. Denn die meisten Meerschweinchen, die krank vorgestellt werden, sind krank aufgrund falscher Ernährung.
Zahnprobleme, Abszesse, Verdauungsstörungen, Stoffwechselerkrankungen, Blasensteine u.v.m. können durch falsche Ernährung ausgelöst werden.

Die Nahrung von Meerschweinchen muss vor allem drei Voraussetzungen erfüllen:

1) Die Nahrung muss Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe in der richtigen Menge liefern. Zu wenig führt zu Mangelerscheinungen, zu viel führt zu Fettleibigkeit. Zu dicke Tiere neigen zu Stoffwechselstörungen, Gelenkproblemen aber auch lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen.
Zu viel von bestimmten Mineralstoffen führt zu Harngries oder gar Harnsteinen.

2) Die Nahrung muss dafür sorgen, dass die Zähne optimal abgenutzt werden. Meerschweinchen leben ursprünglich in Gras- und Steppenlandschaften. Sie müssen sich also von Gräsern und Kräutern ernähren, die wenig gehaltvoll sind. (Wer schon mal versucht hat, von grünem Salat dauerhaft satt zu werden, weiß was ich meine). Um trotzdem satt zu werden, müssen die Tiere sehr viel Gräser zu sich nehmen. Sie kauen den ganzen Tag. Beim Kauen reiben die Zähne aneinander und wären durch diese ständige Kauerei eigentlich innerhalb kurzer Zeit bis auf kleine Stummel abgewetzt. Daher hat die Natur Meerschweinchen mit dauerhaft nachwachsenden Zähnen ausgestattet. Die Schneide- und die Backenzähne von Meerschweinchen wachsen lebenslang bis zu 1cm pro Monat.
Die Zahnprobleme bei Meerschweinchen sind also nahezu immer die Folge falscher Fütterung. Eine verbreitete, aber falsche Meinung ist, dass man den Tieren etwas „Hartes“ wie trockenes Brot o.ä. anbieten müsse, um den Zahnabrieb zu fördern. Das ist nicht richtig, denn das Einzige, das so hart ist, dass es einen Zahn abreiben kann, ist ein anderer Zahn. Dieser Abrieb, Zahn auf Zahn, passiert beim ganz normalen Kauen.

3) Die Nahrung muss die Bakterien im Darm optimal ernähren und die Darmmotorik unterstützen. Säugetiere können die Inhaltsstoffe von Gras eigentlich gar nicht verwerten. Bei einer reinen Grünfütterung würden sie verhungern, da der Magen-Darmtrakt von Säugetieren nicht für die Verdauung von Zellulose, dem Hauptenergieträger in Gras, gemacht ist. Die pflanzenfressenden Säugetiere brauchen deshalb Hilfe für die Verdauung von Grünem.
Im Darmtrakt von Kaninchen und Meerschweinchen sorgen spezielle Bakterien für die Aufschlüsselung von Gräsern und Kräutern in Stoffe, die die Tiere problemlos verwerten können. Diese Bakterienflora besteht idealerweise aus Bakterien, die auf die Verdauung von Grünem spezialisiert sind. Werden diese guten und wichtigen Bakterien falsch ernährt, sterben sie ab. In der Folge überwuchern schädliche Bakterien den Darm. Gerade zu viel Stärke, enthalten in Getreide, Haferflocken, Fertigfuttern, Brot, Knabberstangen usw., schädigt die gute Bakterienflora massiv und kann zu lebensbedrohlichen Verdauungsstörungen führen.
Darüber hinaus braucht der Darm für eine gute Darmmotorik Rohfaser, enthalten in Gräsern, Kräutern und Heu.

Alles ganz schön kompliziert?!
Die Ernährung von Meerschweinchen ist eine Wissenschaft für sich?
Ja und nein. Einerseits ist das Thema wirklich sehr komplex, andererseits ist die Lösung und damit die optimale Ernährung eigentlich ganz einfach, denn man muss nur wissen, auf welches Futter Zähne und Verdauungstrakt der Tiere optimal eingerichtet sind: Heu ist Grundnahrungsmittel, dazu eine gute getreidefreie Pelletsmischung die genau die richtige Dosierung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen liefert, zweimal täglich Gemüse wie Möhren, Gurke, Paprika, Fenchel, Eisbergsalat.....
Wenn man sich daran orientiert, kann man nichts falsch machen.

Im Sommer können die Tiere zusätzlich frisches Gras und vielfältige Wiesenkräuter bekommen. Getrocknetes Gras, also Heu, sollte zusätzlich angeboten werden. Gerne werden auch Blätter und Zweige von Obstbäumen, Haselnusssträuchern etc. gefressen und benagt.

Im Winter ist es mit Wiesenfütterung schwierig, daher muss man auf grünes Blattgemüse ausweichen.

Kohl ist tatsächlich ein wunderbares Winterfutter, wilde Kaninchen ernähren sich oft fast ausschließlich von Kohl, denn Kohl ist das Einzige, das im Winter bei Schnee noch auf den Feldern steht, aber Meerschweinchen bekommen sehr häufig Blähungen bis hin zu Kolliken von Kohl. Deshalb rate ich komplett davon ab.

Von selbst versteht sich das gemischtes Trockenfutter, Getreide, Haferflocken, Brot, Knabberstangen, Leckerlis etc. schädlich sind!
Meiner Meinung nach ist es ein Skandal, dass Futtermittel für Meerschweinchen mit der Bezeichnung „Alleinfutter“ und der Werbung „gesund" verkauft werden dürfen, obwohl
sie so schädlich für die Tiere sind!

Wenn Sie die Ernährung Ihrer Tiere jetzt umstellen wollen, beachten Sie bitte unbedingt, dass jede Futterumstellung immer sehr langsam erfolgen muss!
Die Bakterienflora auf die ein Meerschweinchen angewiesen sind, muss sich erst auf neue Futtermittel einstellen und anpassen. Tiere, die wenig Gras und Grünes, dafür aber auch Fertigfutter oder Brot o.ä. bekommen, müssen bitte über mindestens vier Wochen „entwöhnt“ werden. Die Menge an schlechtem Futter langsam vermindern, die Menge an Gutem ganz langsam erhöhen. Ist eine Umstellung auf diese Weise erfolgt, und eine gesunde Darmflora entstanden.

Danke das Sie bis zum Ende gelesen haben :-))

 


 

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